Tierisch laute Weihnachten

Jedes Jahr, wenn ich kistenweise Kugeln und Knisterndes aus dem Keller hole; die Fensterbänke abräume und im Karton nach Inspiration wühle, werden Lara und Lou ganz aufmerksam. „Frauchen, das ist die Zeit der unermesslich leckeren Leckerchen, der weichen Wolldecken, wohligen Heizöfchen und langen Abende auf der seligen Couch“, frohlockt unsere Hundedame. Gefolgt von einem „Da war doch noch was“ und schlagartig herabhängenden Ohren:  Laras „Angstgesicht.“

Stimmt, da war noch was. Lautes Knallen, Blitze und beißender Gestank. Puh. Silvester-Feuerwerk, machnmal auch schon der Advents-Kranz oder die verbrannten Plätzchen im Backofen. Tannenduft, vermischt mit Schwefel, ein bisschen wie bei Hänsel und Gretel – zuckersüß und doch entsetzlich. Für unsere Tiere.

Ich weiß, wir könnten es einfach lassen. Keine Raketen, keine Böller – die lehne ich strikt ab – und keine Wunderkerzen. Aber wir haben Kinder. Und feierfreudige Nachbarn. Alles große und kleine Hunde- und Katzenbesitzer, die ihre Haustiere lieben und es trotzdem nicht sein lassen (können).

Dieses Jahr werde ich versuchen, es anders zu machen. Ich werde meine Familie und Freunde bitten, einfach mal zu verzichten. Und mich – wie jedes Jahr – zu meinen zitternden Tieren setzen. Von wegen „Desensibilisierung“. Für Lara und Lou muss es sich anfühlen wie Krieg. Warum sind wir nicht alle ein bisschen sensibler im Umgang mit unseren Tieren? Wir wissen es doch besser.

Veröffentlicht von

nanadee

Erste journalistische Erfahrung mit einer Berichterstattung über obdachlos gewordene Menschen (1992),
1996 bis 1998 Tageszeitungsvolontariat, 1998 bis 2000 Redakteurin, danach Werbetexterin (2000 bis 2003). Mutter seit 2003.
Später freie Mitarbeiterin, Redaktionsleitung einer Wochenzeitung, Projektmanager Public Relations und neuerdings zertifzierte Online-Redakteurin.

Kurz: Neugieriger Mensch mit Leidenschaft für schöne Texte.

Ein Gedanke zu „Tierisch laute Weihnachten“

  1. Kleiner Nachtrag: Heute, am 27. Dezember, haben die ersten Silvester-Böller in der Nachbarschaft geknallt. Noch blieb Lara ruhig, lief jedoch schon mal in Richtung Keller.
    Mit meinem Vorschlag, dieses Jahr endlich nicht zu böllern, renne ich übrigens offene Türen ein. Zumindest in der Familie: „Ich kaufe dieses Jahr nichts“ kündigte mein Mann an. Lara und Lou wird es freuen!

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